„Turnen wir heute wieder?“, „Wollen wir nochmal das Reck aufbauen?“, „Dürfen wir uns einfach eine Kür auf dem Bodenläufer überlegen?“ – nachdem im letzten Schuljahr diese Fragen in vielen Sportklassen vermehrt gefragt wurden, hatte man zu Beginn des Schuljahres 25/26 überlegt, eine Schulmannschaft Gerätturnen anzumelden. Denn viele Schülerinnen trainieren in Vereinen, haben trainiert oder haben einfach Lust sich an Reck, Schwebebalken und Co. auszutoben und auszuprobieren. Nach einer ersten Umfrage stand fest, dass man zwei Mannschaften melden würde – was dann auch gemacht wurde. Jeweils fünf Schülerinnen aus der 6. und fünf Schülerinnen aus der 8. Jahrgangsstufe haben sich der Herausforderung gestellt und wollten sich zusammen mit StRin Annika Ceesay in das Abenteuer Wettkampf Gerätturnen stürzen. Dafür mussten allerdings die vom DTB (Deutscher Turner-Bund) festgelegten P-Übungen an den vier Geräten Schwebebalken, Boden, Sprung und Reck/Stufenbarren geübt und festgelegt werden. Dies muss vor jedem Wettkampf erfolgen und je höher die Zahl der P-Übung ist, umso mehr Punkte können in der einzelnen Bewertung erreicht werden. Beim Rhein-Main-Donau-Cup, für den die beiden Mannschaften des HCA gemeldet wurden, sind die Übungen 4 bis einschließlich 7 möglich.
Anfang Januar trafen sich alle Schülerinnen mit ihrer Lehrkraft an einem Donnerstagnachmittag für ein dreistündiges Training, bei dem ausprobiert und geübt wurde. Ein großes Glück für die beiden Teams waren die beiden 11.-Klässlerinnen Lea Seitz und Leni Karner, die selbst jahrelang Leistungsturnen betrieben und Frau Ceesay mit ihrem Know-How und Engagement zur Seite gestanden haben. Nachdem nun die einzelnen Entscheidungen über die Übungen gefällt wurden, kam auch schon die Einladung zum Bezirksfinale in Tirschenreuth am Stiftland-Gymnasium. Vor diesem Wettkampf wollten die Mannschaften noch einmal gemeinsam mit ihren extra dafür organisierten oder gekauften Turnanzügen üben – allerdings machte die Hallensperrung aufgrund von Eis- und Schneemassen den Teams einen Strich durch die Rechnung. Doch es ergab sich glücklicherweise nach mehreren Gesprächen und Nachrichten zwischen Lehrkräften, Schulleitungen und der Stadt die Möglichkeit, an der Krötensee-Mittelschule zu trainieren. Dort wurde ein weiterer Nachmittag genutzt und die Teams haben an ihren Küren gefeilt und waren am Ende topmotiviert, ihr Bestes in Tirschenreuth zu zeigen.
Am Wettkampftag (10.02.) startete ein Bus des Unternehmens Bruckner mit den aufgeregten Mädchen und nahm in Amberg noch das Team des Erasmus-Gymnasiums auf. Vor Ort war man angetan von den überragenden Bedingungen in der tollen Halle und nach dem Umziehen wärmten sich alle gleich neben den vielen Mannschaften auf. Ein Melderekord von 11 (!!) Teams aus der ganzen Oberpfalz überraschte auch die Turnierleitung und man merkte aber ab dem ersten Moment, dass viele Schülerinnen nicht das erste Mal bei einem solchen Wettkampf teilnehmen. Das Niveau der Teams war beeindruckend und für die HCA-Schülerinnen auch einschüchternd. Diese waren überwiegend Neulinge im Turnwettkampf-Milieu und unsere „Kleinen“ waren als 6.-Klässlerinnen auch mit die Jüngsten. Dennoch wollte man sich nicht entmutigen lassen und sein Bestes geben – schließlich hatten sich alle vorgenommen, das HCA zu vertreten und dabei eine turnerische Bestleistung zu zeigen. Die 11 Mannschaften liefen zur Begrüßung im Gleichschritt ein, stellten sich in ihren glitzernden Turnanzügen auf und wurden dann unter Applaus und mit Musik an ihr Anfangsgerät begleitet. Auch jetzt waren Lea und Leni als Unterstützung dabei und beruhigten, motivierten und trösteten die Mädchen der beiden Mannschaften, als es zuerst zum Schwebebalken ging, bei dem neben tollen Handständen auch der ein oder andere Fehler oder Abgang wartete. Aber die Stimmung war weiterhin positiv und so glänzten die Mädchen als nächstes auf dem Boden mit ihren Küren zu selbstgewählter Musik. Anschließend hieß es beim Sprung Konzentration, Schnelligkeit und Präzision zu beweisen und den Sprungturm oder das Pferd mit Körperspannung in der Hocke zu überwinden. Das letzte Gerät war der Stufenbarren bzw. das Reck. Wie auch schon an den Stationen vorher begleitete das Erasmus-Team unsere beiden Mannschaften und alle fieberten gemeinsam für die anderen mit. Insgesamt wurden von den Mädchen vor allem geringer eingestufte Übungen geturnt und auch bei der Ausführung wurde klar, dass die anderen Schulen weitaus mehr Erfahrung, Training und Routine mit sich brachten und unsere HCA-Teams leider keine Rolle bei den vorderen Plätzen spielen würde. Aber auch mit einem 9. und 11. Platz blieb das Haupt erhoben und die Mädchen sind sich sicher, dass sie nächstes Jahr mit mehr Training im Verein, aber eventuell auch in der Schule mit mehr Turnunterricht und eventuell einem Turn-Wahlkurs besser werden wollen und dann erneut antreten – denn der Ehrgeiz ist geweckt und die Lust auf Turnen ist ungebrochen. Die Schülerinnen können sehr stolz auf sich sein und haben das HCA nach langen Jahren ohne Turnwettkampfmannschaft würdig vertreten.
StRin Annika Ceesay