Am 5. März verwandelt sich die Turnhalle zunächst in einen Dschungel irgendwo auf einer Südseeinsel, wo die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe gebannt die Geschichte des gefährlichen Piratenkönigs Black Nick Sharkmuck verfolgen. Dieser kidnappt den gutmütigen und friedfertigen Schafhirten Robin und verzaubert ihn durch einen Trank in einen wilden Piraten, entführt ihn und entreißt ihn somit seiner Geliebten Jenny. Diese verkleidet sich ihrerseits als Pirat, fliegt im Heißluftballon auf die Insel und rettet ihr Sweetheart schließlich im Dschungel, stets bedroht von wilden Tieren und natürlich vom Piratenkönig und seiner Truppe. Wer glaubt, sich als Zuschauer gemütlich zurücklehnen zu können, hat sich gründlich getäuscht. Die Schauspieltruppe aus England fordert aktive Teilnahme. So geben die Schülerinnen und Schüler im Publikum Feedback in Form von Gesten und Lauten, sobald beispielsweise die schöne Jenny auf die Bühne kommt, oder wilde Tiere in der Nähe zu entdecken sind. Auch wenn sie gerade nicht aktiv mitwirken, wird den Schülerinnen und Schülern eine Mischung an Musik, Tanz, burlesken und spannenden Szenen geboten. Obwohl das sprachliche Niveau etwas über dem der Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen liegt, verstehen diese die Handlung problemlos, was für sie sicherlich ein persönliches Erfolgserlebnis darstellt.
Die zweite Aufführung Sticks and Stones für die Klassen 8, 9 und 10 widmet sich dem ernsten Thema Mobbing im Schulkontext und spricht damit direkt die Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler an. In mehreren Szenen werden einzelne Jugendliche Opfer von physischer sowie psychischer Gewalt. Dabei wird jede Szene aus mehreren Perspektiven dargestellt. Neben den Auswirkungen der Gewalt auf die Betroffenen wird auch die Situation und Haltung der Täterinnen und Täter sowie der stummen Zuschauerinnen und Zuschauer beleuchtet. Besonders eindrucksvoll ist jene Szene, in der eine Stimme aus dem Off die aggressiven Jugendlichen mehrfach erbarmungslos fragt: „Why do you do it?“ und diese somit in die Enge treibt. Am Ende wird klar, dass die Aggressoren im Grunde von ihren eigenen vermeintlichen Unzulänglichkeiten und Problemen ablenken möchten und selbst Angst haben, zur Zielscheibe von Mobbing zu werden.
Die Darbietung dieser anspruchsvollen Thematik ist glasklar und sehr intensiv. Entsprechend lauschen die Schülerinnen und Schüler im Publikum gebannt bis zur letzten Minute.
StDin Kerstin Fiedler