Projekttag der 9. Jahrgangsstufe in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer und fremdenfeindlicher Tendenzen wird bundesweit über verpflichtende Gedenkstättenbesuche für Schülerinnen und Schüler diskutiert. Wie wichtig die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist, zeigte der Projekttag der 9. Jahrgangsstufe in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg eindringlich.
Am 26. Februar 2026 wurden die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Geschichtslehrkräften StRin Anna Ruck, StRin Nelly Strauß, StR Tobias Grieb sowie StD Josef Witt über das ehemalige Lagergelände geführt und erhielten bewegende Einblicke in die Geschichte des Ortes.
Besonders bemerkenswert war für viele, dass Teile des Geländes nach dem Krieg überbaut und lange Zeit kaum als historischer Erinnerungsort wahrgenommen wurden. Die Ausstellung, die sowohl Opfer- als auch Täterperspektiven einbezieht, vertiefte die Auseinandersetzung zusätzlich.
Der zweite Teil des Projekttages bestand in verschiedenen Workshops, in denen die Jugendlichen selbst aktiv wurden:
Was tust DU? widmete sich einem bewachten Zugtransport aus dem KZ-Außenlager Leitmeritz im heutigen Tschechien, der im April 1945 mit KZ-Häftlingen quer durch das Protektorat Böhmen und Mähren führte. Unterwegs kam es zu mehreren Stopps. Schülerinnen und Schüler aus der 9A schlüpften in die Rolle der tschechischen Bevölkerung und standen vor der Frage, wie sie sich zu der Situation verhalten soll. Soll man, kann man überhaupt helfen? Was befähigt zur Zivilcourage und was hemmt?
Im Workshop Die Ansbachers gingen Schülerinnen und Schüler der 9B dem Schicksal der jüdischen Familie Ansbacher aus Floß nach. Die Geschichte von Ernst und Pauline Ansbacher und ihren Söhnen Fritz und Willi spiegelt in ihrer Bandbreite das Schicksal tausender deutscher Jüdinnen und Juden wider, die in den Jahren zwischen 1933 und 1945 von Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung betroffen waren.