Ein Ort, von einer Mauer in zwei geteilt. Berlin? Nein, Mödlareuth im Landkreis Hof. Und genau dorthin ging es am 01.07.2026 für uns, die beiden zehnten Klassen des HCA-Gymnasiums. In Begleitung unserer Lehrkräfte Frau Strauß, Frau Ruck, Herr Witt und Herr Maurer wurde uns im Deutsch-Deutschen Museum in dem kleinen Dorf direkt an der Grenze zu Thüringen die Möglichkeit geboten, ein Stück deutsch-deutsche Geschichte hautnah erleben zu können.
Zunächst bekamen wir eine interessante und aufschlussreiche Führung im Außenbereich des Museums, die uns entlang eines Teils des immer noch intakten Grenzzaunes der Grenze zwischen der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR führte. Darüber hinaus bekamen wir einen Fluchtpunkt zu sehen, an dem es 1973 einem Mann gelang, von der DDR in die BRD zu fliehen, wobei er seine Frau und seine Kinder zurücklassen musste und „drüben“ mit seiner damaligen Freundin eine neue Familie gründete. Natürlich zeigte uns der Angestellte des Museums auch die bereits zu Beginn erwähnte, an Berlin erinnernde, Mauer. Ein oben angebrachtes Kanalrohr und weißer Anstrich sollte Fluchtversuche erschweren. „Jetzt steht ihr gerade alle in Thüringen“, verkündete der Guide plötzlich und wir staunten nicht schlecht, denn dadurch wurde deutlich, wie radikal Mödlareuths fünfundfünfzig Einwohner voneinander getrennt worden waren. Den Abschluss der Führung bildete der sogenannte „Schutzstreifen“, der einen Beobachtungsbunker, eine Hundelaufleine und einen Beobachtungsturm umfasst. Nach einer kurzen Pause durften wir noch selbstständig die Ausstellung innerhalb des Museums erkunden, in der es allerlei Artefakte zu sehen gab. Diese Gegenstände zeigten deutlich den allgegenwärtigen Schrecken zur Zeit der Teilung, aber auch die Freude, als die Mauer endlich gefallen war. Sogar ein Teil der Berliner Mauer war im Deutsch-Deutschen Museum zu entdecken. Außerdem gab es einen Film, der alles noch einmal sehr anschaulich erläuterte.
Nachdem wir nach einer Busfahrt – im Gegensatz zur Hinfahrt ganz ohne Stau – wieder in Sulzbach-Rosenberg angekommen waren, waren sich alle einig, dass der Besuch in „Little Berlin“ ein gelungener Ausflug war, der das, was wir in diesem Jahr im Geschichtsunterricht gelernt hatten, greifbar machte.
Hannah Arnold, 10A