Am 2. Juli 2026 durfte die 11. Jahrgangsstufe des HCA einen besonderen Gast begrüßen. Der DDR-Zeitzeuge Mario Röllig nahm in einem eindrucksvollen Vortrag die Schülerinnen und Schüler mit auf eine Reise in sein bewegtes Leben in der DDR.
Röllig schilderte zunächst seinen Alltag in einem Staat, in dem Freiheit und Selbstbestimmung keine Selbstverständlichkeit waren. Beispielsweise wurde er bereits in der ersten Klasse vor der gesamten Schule getadelt, weil er ein T-Shirt von Franz Beckenbauer trug, das ihm Verwandte aus Westdeutschland zur Einschulung geschenkt hatten. Anhand vieler persönlicher Erlebnisse zeigte er, wie engmaschig Überwachung, Kontrolle und politische Einflussnahme das Leben vieler Menschen bestimmten. Besonders bewegend berichtete er von seinem gescheiterten Fluchtversuch im Jahr 1987. Auf der Flucht in den Westen wurde er an der ungarisch-jugoslawischen Grenze verhaftet und anschließend in das Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen der Staatssicherheit gebracht. Seine Schilderungen der langen Verhöre, der Isolation und der psychischen Belastungen ließen die Schülerinnen und Schüler spüren, welche Folgen ein Leben in einer Diktatur für den Einzelnen haben konnte. Mario Röllig betonte, dass die Erfahrungen Spuren hinterlassen haben. Seine Tätigkeit als Zeitzeuge in Hohenschönhausen und an vielen Schulen helfe ihm dabei, mit dem Erlebten umzugehen.
Im anschließenden Gespräch nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Mario Röllig gab seinem Publikum zum Abschluss mit auf den Weg, sich für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen und das Leben in einer Diktatur nicht zu verharmlosen. Dazu leistet er mit seiner Arbeit als Zeitzeuge einen wichtigen Beitrag.
Ein Dank gilt dem Förderverein des HCA, der die Kosten für den Vortrag übernommen hat.